Moree-Normanton

Montag, 30 Januar 2017

Bereits vor dem Frühstück läuft die Waschmaschine mit der restlichen Wäsche. Bei den Temperaturen ist die Wäsche schnell trocken.
Während die Wäsche trocknet, fahren wir einkaufen. Getränke sind bei diesen Temperaturen immer schnell leer und die Lagerkapazität ist ja nicht so groß.

Nachmittags ist wieder Badetime. Der Caravanpark hat drei verschiedene Swimmingpools. Einen kühlen Salzwasserpool und zwei Mineralwasser-Pools. Wobei der eine Pool eine Temperatur von 41 Grad hat, das Wasser im anderen Pool ist einige Grad kälter. Bei 40 Grad Außentemperatur in einen Pool mit 41 Grad warmem Wasser, das kann ja nicht gut sein. War mein erster Gedanke. Überraschenderweise ist dem nicht so, es tut ausgesprochen gut. Erst in den kühlen Salzwasserpool, dann in den 41 Grad warmen Mineralwasserpool und zum Abkühlen in den kühleren Mineralwasserpool. Danach ist man total geschafft und geht ins Bett. Schlafen fällt allerdings bei 26 Grad Nachtemperatur sehr schwer.

Dienstag, 31. Januar 2017

Bei der heutigen Fahrt wird die Grenze nach Queensland überquert und die Uhren müssen wieder eine Stunde zurück gestellt werden. In St. George wird zuerst die Touristen-Information angefahren. Einmal um Unterlagen über die Gegend zu bekommen und einmal um zu erfahren, welcher Caravanpark einen Swimmingpool hat.

Einen kleinen Pool hat der am nächsten an der Stadt gelegene Caravanpark, dort buchen wir uns ein. Vor einigen Jahren sind wir schon einmal durch St. George gekommen und haben mit dem Lupo schon einmal auf diesem Platz gestanden.

Nachdem wir uns häuslich niedergelassen haben, machen wir eine Stadtrundfahrt und halten bei „Carving Eggs“ an. In einer Ausstellung werden ca. 150 Emu-Eier gezeigt, in deren Schale Muster geritzt wurden. Und was für tolle Motive. Die kommen allerdings erst richtig zur Geltung, wenn die Eier von innen beleuchtet werden. Stavros, inzwischen 77 Jahre alt, hat die Eier im Laufe seines Lebens hergestellt. Während wir uns einen Film über sein Leben ansehen, verursacht er einen Kurzschluss. Im Ausstellungsraum ist alles dunkel. Wir müssen warten, bis die entsprechenden Sicherungen wieder in der ursprünglichen Position sind, bevor wir uns die Ausstellung ansehen können.

Für heute reicht es. Zurück zum Wohnwagen und den Rest des Nachmittags am Pool verbringen.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Das heutige Tagesziel ist die Stadt Roma. In der kleinen Stadt Surat machen wir Pause und sehen uns dort das Cobb & Co. Museum an. Cobb & Co war eine große Transportfirma, die Waren und Personen transportiert hat. In der alten Station, wo die Pferde gewechselt wurden, ist alles zum Thema zusammen gestellt. Es gibt sogar noch sehr gut restaurierte Kutschen zu bestaunen.

Danach im Café noch den Koffeinspiegel erhöhen, dann geht die Fahrt weiter. Unterwegs begegnen uns viele leere Viehtransporter. Nachmittags treffen wir in Roma ein. Die Info ist in der Big Rig, einem Zentrum, in dem über die Öl- und Gasindustrie informiert wird. Gleichzeitig ist es auch die Touristen-Info.

In Roma gibt es auch die größten Saleyards für den Verkauf und die Versteigerung von Kühen. In einer Broschüre steht, dass im Winter Dienstag und Donnerstag Vieh versteigert wird, im Sommer allerdings nur am Dienstag. Während der Verkaufstage werden kostenlose Führungen angeboten. Schade, haben wir um einen Tag verpasst. Die Mitarbeiterin in der Info meint, Morgen wird eine kleine Menge Vieh versteigert. Wenn wir möchten, können wir um 8.15 Uhr vor Ort sein. Ein pensionierter Mitarbeiter sei dort und biete seine Dienste als Führer an. Das ist doch super.

Der Pool ist immer ein Ort, wo man interessante Leute trifft. Dieses Mal ist es ein Ehepaar aus Schottland. Er ist Schriftsteller und schreibt ein Buch über Grey Nomads, die reisenden Rentner. Eigentlicher Grund, warum sie in Australien sind, ist die Hochzeit des Sohnes im März in Sydney. Bis dahin ist ja noch Zeit, die für die Buchrecherche genutzt wird. Allerdings sei es hier viel zu heiß, sie wollen nach Süden fahren, da ist es kühler.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Pünktlich wird das Auto auf dem Parkplatz an den Saleyards geparkt. Ein Baum bietet ein wenig Schatten, das wird allerdings nicht lange halten, dann steht der Wagen wieder in der Sonne.

Durch einen schmalen Durchgang hindurch, dann sehen wir bereits die Tiere, die in einzelnen Gehegen untergebracht sind. Über deren Köpfe sind Stege angebracht, über die bereits einige Personen laufen.

Ein älterer Mann kommt, das ist der Führer des heutigen Tages. Und wir sind die einzigen Besucher. Heute werden ca. 1000 Rinder versteigert. Es ist nur eine kleine und spezielle Versteigerung. Die Tiere werden gekauft und sollen Gewicht zulegen, bis sie wieder verkauft werden. Selbst aus Alice Springs sind dabei. Der Fahrer muss unterwegs anhalten, die Tiere entladen, füttern und tränken. Nach 24 Stunden können die Kühe dann wieder verladen und hierher transportiert werden.

Bei der Versteigerung werden die Tiere in Cents/Pro Kilogramm verkauft. Damit die Tiere auch dem richtigen Käufer zugeordnet werden können, kennzeichnen Mitarbeiter die verkauften Tiere mit farbigen Zeichen bzw. Buchstaben. Gewogen wird nach der Versteigerung und dann wird erst gezahlt. Da muss man schon ein gutes Auge für das Gewicht des Tieres haben, um keine Überraschung zu erleben.

In einem Abschnitt ist die Waage untergebracht. Dorthin werden die Tiere getrieben. Auf einer Tafel werden die Cents pro KG, das Durchschnittsgewicht pro Tier und der zu zahlende Durchschnittspreis pro Tier angezeigt. Bei einer Herde ist das Durchschnittsgewicht 564 KG pro Tier.

Von oben, wo die Versteigerer und Mitarbeiter sowie die Tiere zu sehen sind, geht es in den Untergrund. Hier sind die Käufer zu finden, die sich die zum Verkauf kommenden Tiere genau ansehen. So bekommt man auch einen besonders guten Eindruck, wie groß und schwer so ein Stier sein kann. Das war eine interessante Stunde für uns. Der Führer hat nun Feierabend.

In Roma ist das größte Verkaufszentrum für Rinder in ganz Australien. Jährlich werden ca. 300.000 bis 400.000 Tiere verkauft. An manchen Tagen werden 12.000 Tiere zum Verkauf angeboten. Der schwerste Bulle, der je in Roma verkauft wurde, hatte ein Gewicht von 1400 Kilogramm. Ein durchschnittliches Tier bringt 560 Kilogramm auf die Waage.

In der Stadt sieht man überall Boab-Bäume, sogar eine ganze Alles dieser Bäume ist vorhanden. Der größte Boab in Roma hat einen Durchmesser von mehr als sechs Meter. Gepflanzt wurden die Bäume um an die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten, die im Shire gewohnt haben, zu erinnern.

Der Sommer verwöhnt uns. Sonne und 40 Grad, das ist der Pool ein sinnvoller Aufenthaltsort.

Nach der Abkühlung endlich mal einen Teil der Texte für den Blog geschrieben.

Freitag, 3. Februar 2017

Die Fahrt geht weiter Richtung Norden. Nächster Stopp ist Charleville. Im Prospekt sind einige interessante Sehenswürdigkeiten genannt. Deshalb werden drei Nächte gebucht, nicht ohne einen Sonderpreis auszuhandeln.

Nach einer ersten Orientierungsfahrt durch den Ort wird am Visitorcenter gestoppt. Leider werden einige der angebotenen Aktivitäten nur im Winter angeboten. Mal sehen, was sich ergibt.

Essen kochen bei der Hitze, keine Lust und wir gehen zum Essen in den Bowling Club. Beim Betreten des Clubs muss man sich mit Namen und Adresse als Besucher eintragen. Dann können die Örtlichkeiten wie Bar und Restaurant genutzt werden.

Beim Aufenthalt in klimatisierten Räumen vergisst man, wie warm es draußen ist. Beim Verlassen des Clubs ist es, als laufe man in einen Backofen. Das Thermometer zeigt um 22 Uhr heiße 47 Grad an. Da muss eine Warmfront über die Stadt gezogen sein, als wir gekommen sind waren es nur 40 Grad.

Samstag, 4. Februar 2017

Nach Jahren der Trockenheit hat man im Jahr 1902 versucht, es mit Hilfe von Raketen regnen zu lassen. Sechs senkrechte Vortex-Raketen wurden gebaut und strategisch über Charlesville verteilt aufgestellt. Sie waren mit Schießpulver gefüllt und wurden in der Hoffnung abgefeuert, dass die Explosion den Luftdruck verändert und es anfängt zu regnen. Mit Erfolg? Leider nein. Von dieser Aktion sind noch zwei leere Raketengehäuse erhalten geblieben. Die sind nun als Sehenswürdigkeit ausgestellt.

Wenn wir schon in der Nähe des Flughafens sind, dann können wir auch gleich beim Royal Flying Doctor Service vorbei fahren. Im Sommer ist das Besucherzentrum am Wochenende geschlossen.

Ins nicht weit entfernte Visitor-Center gefahren und eine Anmeldung für eine Tour durch die Bilby-Aufzuchtstation hinterlassen. Eine Tour findet nur statt, wenn sich vier Personen melden, bis jetzt sind es nur wir Beide. Wenn bis 16.00 Uhr keine weitere Anmeldung vorliegt, dann gibt es am Montag keine Führung. Die netten Damen versprechen, auf jeden Fall bei uns anzurufen und Bescheid zu sagen. Die Telefonnummer wird hinterlassen, nun heißt es abwarten.

Dem Besucherzentrum ist ein Observatorium angeschlossen. Während der Saison gibt es dort sehr interessante Veranstaltungen, u.a. Aboriginal Night Sky Stories. Die Frau aus dem Visitorcenter bietet an, uns einen Film über die Entstehung des Universums und der Erde anzustellen. Als einzige Zuschauer können wir die wunderbaren Bilder genießen.

Lunch wird heute im RSL-Club gegessen. Dort ist um die Mittagszeit viel Betrieb. Kein Wunder, es finden verschiedene Verlosungen statt. Mit jedem Getränk, das zwischen 12.00 Uhr und 12.30 Uhr gekauft wird, gibt es Bingokarten und ein Los. Auf das Los soll der Name geschrieben und der Zettel dann in eine bereit stehende Box geworfen werden. Ziehung erfolgt nach 12.30 Uhr. Zu gewinnen gibt es diverse Gutscheine. Leider gehören wir nicht zu den Gewinnern.

Charleville hat, für eine Stadt mit etwas über 3000 Einwohnern, ein großes Schwimmbad, mit 50-Meter-Bahnen ist es sogar Olympiatauglich. Eintritt kostet 2,50$. Das Schwimmbad ist unser Aufenthaltsort für die nächsten zwei Stunden. Die aufmerksame Schwimmlehrerin, Bademeisterin, Kassiererin bringt uns, zum Abhängen im Wasser, zwei Schwimmnudeln vorbei.

Gegen 16.00 Uhr kommt der Anruf von der Tourist-Info. Leider keine weitere Anmeldung für die Bilby-Tour erfolgt.

Sonntag, 5. Februar 2017

Heute gibt es einen ganz geruhsamen Tag. Zum Mittagessen geht es wieder in den RSL-Club. Danach ins Schwimmbad.

Abends werden die nächsten Texte für den Blog geschrieben. Muss ja endlich mal weiter kommen.

Das Bild gehört zum nächsten Tag. Wir haben doch noch Bilbys gesehen.

Montag, 6. Februar 2017

Tanken und dann fahren wir zur Rangerstation. Dort gibt es ein Zuchtprogramm für die Yellow-Foot-Wallabies. Diese Känguruart gibt es nur noch an drei verschiedenen Stellen in Australien u.a. in den Flinders Ranges.

Aber, hier im Park werden nicht nur die Kängurus sondern auch die Bilbys gezüchtet. Im Office werden wir von einer netten Mitarbeiterin der Parkverwaltung begrüßt. Elvira erklärt, dass wir gerne die Bilby-Tour gemacht hätten. Aber mangels Beteiligung sei die ja ausgefallen. Die junge Frau überlegt kurz und meint, dann kommt mal mit.
Vor einem unscheinbaren Gebäude macht sie uns auf ein Mulga- bzw. King Brown Schlange aufmerksam. Die Schlange ist dabei, in ein Loch unter dem Gebäude zu kriechen. Gemeinsam wird gewartet, bis die Schlange im Loch verschwunden ist. In einem großen Bogen wird das Loch umgangen und schon sind wir im Gebäude.

Hier seien die Bilbys untergebracht. Da es nachtaktive Tiere sind, ist der Raum mit Rotlicht beleuchtet. Das Licht stört die Tiere nicht. Die Tiere werden getrennt nach Männlein und Weiblein gehalten. Wenn gezüchtet werden soll, dann werden die ausgesuchten Tiere in einen begrenzten Außenbereich gelassen. Es soll alles so natürlich wie möglich erfolgen. Das männliche Tier ist übrigens doppelt so groß wie das Weibchen. Sie holt eines der Tiere aus dem Käfig und wir können es genauer ansehen und sogar anfassen. Das Fell des Tieres ist sehr weich. Zum knuddeln. So sind wir doch noch zu einer Bilby-Tour gekommen.

Der Weiterfahrt steht nichts im Wege. Es ist wenig Verkehr und wir kommen gut voran. Weite Weideflächen säumen den Weg.

In der kleinen Stadt Tambo ist es Zeit, eine Pause einzulegen. Elvira besucht die öffentlichen Toiletten und macht Bekanntschaft mit einem grünen Frosch, der sich hinter dem Toilettendeckel versteckt hat. Es gibt Schlimmeres.

Neben alten Gebäuden, die zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören, sind ein besonderes Souvenir des Ortes die „Tambo-Teddys“. Teddybären die noch in Handarbeit hergestellt werden. Die Teile dazu werden aus dem Fell eines Schafes geschnitten. Die Frauen sind sehr stolz auf ihre Arbeit und zeigen gerne, wie so ein Teddy entsteht. Als Vorlage dienen aus Pappe hergestellte Formen der einzelnen Körperteile. Eine junge Frau versucht, möglichst viele Teile aus einem Fell zu bekommen. Der Verschnitt soll so gering wie möglich sein. Ausgeschnitten werden die Teile mit einem Teppichmesser. Eine weitere Mitarbeiterin näht die Teile zusammen, die dann von Hand ausgestopft werden. Diese Arbeiten werden auch von Frauen in Heimarbeit ausgeführt. Das fertige Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nach der Pause fahren wir weiter bis Barcaldine. Die nette Frau in der Rezeption meint: Wenn Du heiß duschen willst, dann muss der Kaltwasserhahn aufgedreht werden. Kälteres Wasser kommt aus dem Warmwasserhahn. ???
Des Rätsels Lösung: Das Wasser aus dem Kaltwasserhahn kommt aus dem Artesischen Becken und hat eine Temperatur von 37 Grad.
Das "warme" Wasser ist in den Warmwasserbehältern gespeichert und wird nicht zusätzlich erwärmt. Da es länger über der Erdoberfläche ist, kühlt es ab.

Dienstag, 7. Februar 2017

In Barcaldine wird der Tank noch einmal aufgefüllt. Tanken, für 1,30 $, das gibt es so schnell nicht wieder.

Die Fahrt geht weiter über die A2, den Matilda Highway. Es gibt nur wenige Orte an der Strecke. Ein Ort macht allerdings auf sich aufmerksam Ilfracombe. Hier stehen auf einer Strecke von einem Kilometer lauter alte und sehr gut restaurierte Fahrzeuge. Ein Teil des Machinery and Heritage Museums.

Nächster Stop ist in Longreach am Qantas Founders Museum. Allerdings sind uns 28$ Eintritt pro Person zu viel. So bleibt es bei einem Rundgang der zugänglichen Bereiche und einem Kaffee im Restaurant. In Longreach bleiben oder weiterfahren, das ist die Frage. Weiterfahren ist die Entscheidung. Ziel ist Winton. Hier buchen wir uns auf dem Caravanpark des Tattersalls Hotel ein. Mit der Bezahlung des Platzes gibt es einen Gutschein. Pro gebuchtem Tag gibt es bei Bestellung eines Essens, das mehr als 17$ kostet, ein Getränk gratis.

Es ist schon Jahre her, dass wir in Winton waren. Es sieht anders aus, als wir es in Erinnerung haben. Wo das Waltzing Matilda Centrum gestanden hat, da ist jetzt ein freier Platz. Das Haus ist bei einem Brand zerstört worden.

Bei 44 Grad ist ein Besuch im Schwimmbad das Beste, was man tun kann und mit 2 $ Eintritt ein preiswertes Vergnügen.

Gegessen wird heute Abend im Pub. Die Bedienung ist im Umgang mit den Gästen ein Original, macht das aber wirklich gut. Es macht Spaß zuzusehen und zuzuhören.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Den Tag langsam beginnen. Bei uns steht ein Besuch im Truck Museum und dem Musical Fence auf dem Programm. Die im Museum ausgestellten Trucks sind toll restauriert. Im Außenbereich stehen noch viele Autos die darauf warten, restauriert und Teil der Ausstellung zu werden. Da ist noch viel Arbeit und Geld erforderlich.

Der Musical Fence ist ein Drahtzaun, der als Musikinstrument benutzt werden kann. Inzwischen sind weitere Instrumente hinzugekommen. Jeder kann seine musikalischen Fähigkeiten einbringen.

Den Nachmittag verbringen wir wieder im Schwimmbad und abends geht es in den Pub.

Das hatten wir auch noch nicht, ein Pferd auf dem Caravanpark. In einer Ecke steht ein Pferdeanhänger. Ein transportabler Pferch ist aufgebaut und das Pferd wird dort mit Wasser und Futter versorgt. Der Fahrer des Gespanns löscht seinen Durst im Pub.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Wir fahren weiter und beenden die Fahrt in McKinlay, am Walk About Creek Hotel. Der Pub ist bekannt aus den Crocodile Dundee Filmen. Ein Stellplatz mit Stromanschluss kostet 29$.
Natürlich darf ein Bier im Pub nicht fehlen. Es ist nicht viel Betrieb und die Besitzerin des Pubs hat Zeit uns einiges über die Geschichte des Pubs und die Dreharbeiten des „Crocodile Dundee Filmes“ zu erzählen.

Freitag, 10. Februar 2017

Wir haben es nicht so eilig, das heutige Etappenziel ist nur 110 Kilometer entfernt, Cloncurry.

Auf der Hälfte der Strecke kommt uns ein Fahrradfahrer entgegen, bei 40 Grad im Schatten (hier gibt es keinen Schatten). Ich finde das leichtsinnig.

In Cloncurry bleiben wir zwei Nächte. Müssen erst mal einkaufen gehen, die Vorräte sind beträchtlich geschrumpft.

Inzwischen schon Routine, wo ein Pool ist wird er genutzt. Meistens trifft man dort interessante Leute. Dieses Mal ist es ein junger Mann, der als Contraktor für Foxtel arbeitet und Satellitenanlagen montiert. Er hat einen Vertrag für fünf Jahre. Seit drei Jahren ist noch kein Tag ohne Arbeit gewesen. Er hat den Stellplatz direkt neben uns. Eine ungewöhnliche Konstruktion, ein Zelt mit Klimaanlage.

Fliegender Wechsel im Pool, der junge Mann geht, ein Ehepaar mit zwei Kindern kommt. Die Familie kommt aus Melbourne und ist seit mehr als zwei Jahren unterwegs. In Cloncurry sind sie seit mehr als fünf Monaten. Das Auto ist kaputt gegangen und es hat sechs Wochen gedauert bis es repariert war. In der Zwischenzeit haben sie angefangen zu arbeiten und reinigen den Caravanpark. Es bezahlt die Rechnungen am Ende des Monats, so der Kommentar des Mannes.

Ein Rentnerehepaar kommt dazu, ebenfalls aus Melbourne. Die Beiden haben Probleme mit dem Wohnwagen, die Klimaanlage ist ausgefallen. In Winton hätten sie zwei Wochen auf einen Termin warten müssen, deshalb sind sie jetzt auf dem Weg nach Mount Isa. Die Beiden sind gestern am Walk About Creek Hotel vorbei gefahren, haben aber nicht übernachtet. Allerdings hat der einzige Polizist am Ort sie kurz hinter dem Pub angehalten, Alkoholkontrolle! Der Fahrer musste ins Röhrchen blasen und hat sich dabei sehr nett mit dem Polizisten unterhalten.

Nachts auf dem Weg zur Toilette begegnet mir das Australien Wildlife: eine Kängurumaus, ein großer grüner Frosch und eine große Kakerlake.

Samstag, 11. Februar 2017

Wir wollen weiter nach Norden fahren, nach Normanton und Karumba. Diesen Teil Australiens haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Wenn es möglich ist, von dort aus Ausflüge, ohne Wohnwagen, in die Umgebung machen.

Zum Lunch gehen wir ins Oasis-Hotel. Das heutige Angebot ist T-Bone-Steak mit Pommes und Salat für 13 $. Die Bedienung ist eine Backpackerin aus den Niederlanden.

Es ist Pooltime. Eine kleine Eidechse interessiert sich für die ertrunkene Heuschrecke, die wir aus dem Pool befördert haben. Schwupp, schon verschwindet die Heuschrecke im Magen des Tieres. Die Eidechse guckt über den Rand des Pools und „winkt“ mit einem der Vorderfüße, als wollte sie sagen, das hat gut geschmeckt. (was man so alles in das Verhalten hinein interpretieren kann) Die Eidechse bleibt in der Nähe des Pools unter einer Bank sitzen. Eine weitere Heuschrecke fällt in den Pool und endet als Snack im Magen der Eidechse.

Sonntag, 12. Februar 2017

Die übliche Routine, zusammenpacken, Wohnwagen anhängen, überprüfen ob alle Lampen funktionieren, die Fahrt kann beginnen. Kurz vor 9.00 Uhr sind wir on the Road. Cloncurry nach Normanton, das sind knapp 400 Kilometer.

Durch eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gegend fahren wir bis zu Burck und Wills Roadhaus. Eine willkommene Unterbrechung der Fahrt. Es gibt Benzin fürs Auto und Lunch für die Passagiere. Gestärkt werden die nächsten 200 Kilometer unter die Reifen genommen.

Die Landschaft ändert sich, ab hier überwiegt flaches Land und wenig Bäume. An der Straßenseite stehen öfters Schilder mit „Water over the Road“, allerdings ist kein Wasser mehr zu sehen. An einigen Stellen sind Schäden an der Fahrbahn, die vom Wasser verursacht wurden.

Im Internet recherchiert und uns das Gulfland Motel und Caravanpark als Übernachtungsplatz heraus gesucht. Dort angekommen sieht alles unbewohnt aus. Eine Frau kommt und meint, die Anlage ist bis zum März geschlossen. So buchen wir für zwei Nächte auf dem Normanton Caravanpark ein.

Der Wohnwagen ist wohnfertig und wir starten zu einer Rundfahrt durch den kleinen Ort, mit einem Abstecher zum Bahnhof. Von Normanton nach Croyden fährt der Gulfländer. Eine Fahrt mit dieser Eisenbahn ist sicher ein Erlebnis.

Auf der Tafel mit den Abfahrtszeiten steht geschrieben, dass von Mitte Dezember bis Mitte Februar keine Fahrt des Gulfländers stattfindet. Die Erste Abfahrt von hier nach Croyden ist am 15. Februar, Rückfahrt von Croyden am 16. Februar. Darüber ein dicker Strich und das Wort Cancelled. Das wird nichts mit einer Eisenbahnfahrt.

Ein riesengroßer Pool im Caravanpark lädt zur Abkühlung ein. Abkühlung ist das falsche Wort, man wird nass. Auf dem Rückweg vom Pool zum Wohnwagen hüpfen viele ganz kleine Frösche durch die Gegend.

Montag, 13. Februar 2017

Temperaturen von 40 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 80 %, da wird abtrocknen nach dem Duschen völlig überbewertet. Es ist sowieso alles gleich wieder feucht.

Heute Morgen ist der erste Weg in die Tourist-Info um zu sehen, welche Aktivitäten außerhalb der Saison möglich sind. Der junge Mann meint, für die Schiffstouren in Karumba seien wir zu früh. Die fangen frühestens im März an. Aber das Barra Research Center sei interessant.

Auf die Frage nach den Schildern „Water over the Road“ meint er, das sei um die Aufmerksamkeit beim Fahren zu erhöhen. Es gäbe nur zwei Flüsse, die nicht durchquert werden könnten, alle anderen Durchfahren hätten im Normalfall nur 10 Zentimeter Wasserhöhe.

Die erste Fahrt des Gulfländers in diesem Jahr sei gecancelled, es sei zu nass. Dieter fragt nach ob der RM 60 fährt, das ist ein Schienenbus, der auf einer kürzeren Strecke verkehrt. Jason meint, wir sollen an der Bahnstation mal den Chef fragen, der würde uns bestimmt den RM60, das ist ein Schienenbus, zeigen.

Wir fangen mit dem Bahnhof an. Der Chef selbst zeigt uns den Bus, der zur Reparatur und Überholung in der Werkstatt ist. Ob wir mal den Motor hören wollen? Schon macht er sich daran, den Motor mit Hilfe einer Kurbel zu starten. Wann der RM60 wieder fährt, das weiß er noch nicht. Interessantes gibt es im kleinen Museum zu sehen, das er extra für uns öffnet. Er stellt ein Video über den Fahrbetrieb und den ehemaligen Stationmanager, Fahrer und Mechaniker (alles in einer Person) des Gulfländers an. Während wir uns das Video ansehen, kommt ein Mitarbeiter hinzu. Beim Gespräch meint er, es kommt Regen. Entweder Dienstag oder Mittwoch wird es hier heftig regnen.

Dann ist es wohl besser sich heute Karumba anzusehen. Und wir fahren hin. Das Barra-Center ist geschlossen. Die einzige Tour die bereits gebucht werden kann, ist eine Fisching-Tour. Nicht das, was wir gerne möchten. Wir essen noch in der Stadt zu Mittag, dann fahren wir wieder zurück nach Normanton.

Im Pool ist ein Ehepaar aus Kalgoorlie. Die Beiden erzählen, dass das Haus ihrer Tochter während der heftigen Regenfälle in Kalgoorlie zusammen gebrochen ist.

Uns hat man den Purple Pub empfohlen, den müsste man unbedingt gesehen haben. Der ist auf der anderen Straßenseite. Keine Lust zum Kochen, wir werden im Pub essen gehen. Auf der Straße steht ein Schild, auf dem mit „Bistro, 7 Tage geöffnet2 geworben wird. Bei der Frage nach der Speisekarte meint die Bedienung: Sorry, die Küche hat heute geschlossen. Die Lebensmittellieferung ist noch nicht eingetroffen. Aber im Albion Pub, das ist zwei Blocks weiter, wird Essen serviert. Nachdem das Bierglas leer ist, laufen wir zum Albion.

Im Pub bedienen zwei Mädels aus England, Backpackerinnen, die anscheinend noch nicht lange hier arbeiten. Das eine Mädel nimmt unsere Pizzabestellung an. Neben mir sitzt ein Mann an der Bar, der vor sich hin grinst. Kaum ist die Bestellung in der Küche angekommen, kommt die Bedienung auch schon wieder zu uns. Sorry, montags gibt es keine Pizza. Der Mann neben mir wusste das, und hat das Mädel auflaufen lassen.

Dann gibt es eben Lammkoteletts. Das Essen reicht zum satt werden, eine besondere kulinarische Offenbarung ist es nicht. Noch ein Bier zum runterspülen, dann geht es wieder zurück zum Wohnwagen.

Die Nacht ist warm und schwül. Keine gute Voraussetzung für einen tiefen Schlaf.